wertvollER TV: Darauf sollten Sie bei Prostatakrebs achten
Neben- und Wechselwirkungen bei Prostatakrebs
Dr. Elisa Johanna Zimmer & Dr. Guido Breuer erklären, worauf Betroffene bei der Medikamenteneinnahme achten sollten.
So können Arzneimittel die Prostatakrebs-Therapie beeinflussen
Von diesen Wirkweisen sollten Betroffene wissen
Gerade bei fortschreitendem Prostatakrebs nehmen viele Betroffene neben ihrer Krebstherapie weitere Medikamente ein, beispielsweise zur Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes oder anderer Begleiterkrankungen. Dadurch können Wechselwirkungen entstehen, die beispielsweise die Wirksamkeit der Therapie beeinflussen oder Nebenwirkungen verstärken. Ob und welche Beschwerden auftreten, ist individuell verschieden. Umso wichtiger ist es, neue oder sich verschlechternde Symptome frühzeitig mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.
Dr. Elisa Johanna Zimmer und Dr. Guido Breuer klären in dieser Folge von wertvollER TV auf, worin sich Nebenwirkungen und Wechselwirkungen genau unterscheiden, warum sie die Wirksamkeit einer Krebstherapie beeinflussen können und weshalb es wichtig ist, dem Behandlungsteam alle eingenommenen Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzlichen Präparate mitzuteilen.
Was versteht man unter Nebenwirkungen?
Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen eines Medikaments, die zusätzlich zur gewünschten Hauptwirkung auftreten können. Sie entstehen durch den Wirkstoff selbst und können auch dann auftreten, wenn das Medikament korrekt eingenommen wird.
Beispiel: Johanniskraut wird häufig zur Behandlung leichter depressiver Verstimmungen eingesetzt. Gleichzeitig kann es Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder eine erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht verursachen.
Was sind Wechselwirkungen?
Wechselwirkungen entstehen, wenn sich zwei oder mehr Arzneimittel bzw. Wirkstoffe gegenseitig beeinflussen. Dadurch kann die Wirkung eines Medikaments abgeschwächt, verstärkt oder verändert werden. Auch pflanzliche Präparate können Wechselwirkungen auslösen.
Der Stoffwechsel Ihres Körpers übernimmt dabei eine wichtige Aufgabe: Er verarbeitet alles, was Sie zu sich nehmen – von Nährstoffen aus der Nahrung bis hin zu Medikamenten.
Beispiel: Johanniskraut kann den Abbau bestimmter Medikamente im Körper beschleunigen. Dadurch wirken diese möglicherweise nicht mehr ausreichend. Betroffen sein können unter anderem Krebsmedikamente, Blutverdünner oder Medikamente gegen Depressionen.
Häufige Auslöser von Wechselwirkungen bei Prostatakrebs:
- Johanniskraut ist zwar ein pflanzliches Präparat und frei verkäuflich, kann aber z. B. die Wirksamkeit einer Chemotherapie beeinträchtigen.
- Grapefruit beeinflusst den Abbau von Medikamenten im Körper. Dessen Wirkung kann dadurch teils schwächer, teils gefährlich stärker ausfallen.
- Vitamin C schützt die Zellen im Körper vor sogenannten „freien Radikalen“. Diese sind während einer Krebstherapie allerdings erwünscht, da sie die Krebszellen angreifen. Eine Einnahme des Vitamins ist daher während der Behandlung nicht ratsam.
- Grüntee-Extrakt in Kapseln oder hochdosierte EGCG-Präparate können die Wirkung von Chemo- und Strahlentherapien beeinflussen. Sprechen Sie die Einnahme daher vorab mit Ihrem Behandlungsteam oder in der Apotheke ab. Denn konzentrierte Extrakte können andere Risiken bergen als herkömmlicher Grüntee.
- Auch Alkohol kann die Wirkung von Medikamenten verändern und Nebenwirkungen verstärken. Wie hoch das Risiko ist, hängt unter anderem vom jeweiligen Medikament und vom Alkoholkonsum ab. Besonders ältere Menschen, die mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen, sollten vorsichtig sein.
Gut zu wissen: Wer dauerhaft mehr als fünf verschreibungspflichtige Medikamente einnimmt, hat i. d. R. Anspruch auf eine kostenfreie Medikationsberatung in der Apotheke. So lassen sich mögliche Wechselwirkungen frühzeitig erkennen.
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