wertvollER TV Folge 19
Das metastasierte hormonsensitive Prostatakarzinom
Das metastasierte hormonsensitive Prostatakarzinom
Dr. Valerie Nonnenmacher, Fachärztin für Urologie, erklärt, welche Therapieoptionen im Stadium „mHSPC“ zur Verfügung stehen.
Das mHSPC bei Prostatakrebs
Therapieoptionen im metastasierten hormonsensitiven Stadium
Prostatakrebs ist nicht gleich Prostatakrebs – die Erkrankung kann in verschiedenen Stadien vorliegen und jeweils unterschiedliche Behandlungen erfordern. Im Stadium des metastasierten hormonsensitiven Prostatakarzinoms („mHSPC“) haben sich im Körper bereits Metastasen gebildet, gleichzeitig spricht der Tumor aber auf die Hormonentzugstherapie (ADT) an und kann somit am Wachstum gehindert werden. Je länger dieses Stadium der Hormonsensitivität andauert, desto besser ist die langfristige Prognose für Patienten.
In dieser neuen Folge wertvollER TV erklärt Urologin Dr. Valerie Nonnenmacher, welche Besonderheiten das Stadium mHSPC mit sich bringt, welche Therapieoptionen in diesem Stadium zur Verfügung stehen, für welche Patienten diese geeignet sind und welche Therapieziele verfolgt werden.
„Hormonsensitivität bedeutet, dass der Tumor auf die erste Hormonentzugstherapie anspricht, der PSA-Wert also abfällt und auf niedrigem Niveau stabil bleibt. So wird das Wachstum des Prostatakarzinoms aufgehalten. Mit der Zeit kann das Prostatakarzinom aber sinnbildlich „Resistenz“-Mechanismen entwickeln und trotz der Hormonentzugstherapie fortschreiten. Das wäre der Zeitpunkt, an dem man die Therapie wechseln müsste.“ – Dr. Valerie Nonnenmacher, Fachärztin für Urologie
Welche Therapiemöglichkeiten gibt es beim mHSPC?
Die Hormonentzugstherapie oder auch sogenannte „Androgen-Deprivationstherapie“ (ADT) sorgt dafür, dass die männlichen Geschlechtshormone im Körper unterdrückt werden und somit das Wachstum des Tumors gehemmt wird. Denn insbesondere Testosteron regt die Produktion der Krebszellen an.
Die o. g. Hormonentzugstherapie kann auch mit einem Antiandrogen aus der Generation der „Neuen Hormontherapien“ (NHT) kombiniert werden. Dieses wirkt als eine Art zusätzliches Schutzschild um die Krebszelle und verhindert, dass das Testosteron überhaupt an der Zelle wirken kann. So wird das Wachstum des Tumors gehemmt.
Sofern Patienten für eine Chemotherapie geeignet sind, besteht auch die Option, diese zur Behandlung mit ADT und NHT hinzuzunehmen. Bei dieser intensiven Kombinationstherapie aus ADT + NHT + Chemotherapie wird der Krebs sozusagen von mehreren Seiten „in die Zange“ genommen. Das Konzept dahinter nennt sich „Hit Hard and Early“, zu deutsch: Hart und früh zuschlagen bzw. eingreifen.
Nützliches Downloadmaterial
Sehen Sie sich weitere Videos rund um das Thema Prostatakrebs an: