Der PSA-Wert

Das Prostataspezifische Antigen (PSA) ist ein Enzym, das in der Prostata gebildet wird. Seine Aufgabe ist es, den Samen des Mannes, das Ejakulat, zu verflüssigen. Bei gesunden, jungen Männern befinden sich nur sehr geringe Mengen dieses Proteins im Blut. Mit zunehmendem Alter des Mannes steigt der PSA-Wert im Rahmen des normalen Prostatawachstums, der gutartigen Prostatavergrößerung, an. Ein hoher PSA-Wert zeigt sich aber unter anderem auch bei der akuten Prostataentzündung.

 

Da Prostatakrebszellen die 10–30fache Menge an PSA freisetzen als gutartige Prostatazellen, tritt das Enzym bei Krebspatienten in höherer Konzentration im But auf und ist somit ein Hinweis auf eine mögliche bösartige Erkrankung.2 Besonders bei den Kontrollen eines bereits entdeckten Prostatakarzinoms kann die Änderung des PSA-Wertes nützliche Informationen über den Krankheitsverlauf liefern und eine frühzeitige Änderung der Behandlung ermöglichen.

 

Der PSA-Wert: Messbereiche 

 

Der PSA-Test misst das im Blut zirkulierende PSA.3 Die Höhe des PSA Wertes setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Faktoren zusammen. Neben dem Alter des Mannes, der Größe der Prostata sowie z.B. auch eine nicht bemerkte Entzündung der Prostata (chronische Prostatitis) kann verantwortlich für Werte über dem allgemein gültigen Referenzwert von 4 ng/ml im Blut sein. Grundsätzlich gilt: Liegt Prostatakrebs vor, sind die PSA-Werte oft deutlich höher und nehmen mit dem Tumorwachstum weiter zu. Der Begriff Nadir bezeichnet den tiefsten PSA-Wert im Rahmen einer Krebsbehandlung.3

 

Erhöhte PSA-Werte richtig interpretieren

 

Ist der PSA-Wert erhöht, heißt das nicht automatisch, dass sich Prostatakrebs entwickelt hat. Ursachen für einen erhöhten PSA-Wert können beispielsweise eine gutartige Vergrößerung der Prostata sein oder auch eine Harnwegs- oder Prostataentzündung. Außerdem ist es ganz normal, dass der PSA-Wert mit dem Alter ansteigt. 

 

Demgegenüber ist aber auch ein PSA-Wert unter dem Referenzwert von 4 ng/ml kein sicherer Beleg dafür, dass kein Prostatakrebs vorliegt. Eine alleinige Bestimmung des PSA-Wertes eignet sich nicht, um Prostatakrebs sicher zu diagnostizieren oder auszuschließen.4 Eine Erhöhung des PSA-Wertes kann auch rein physikalische Ursachen haben: Wenn Druck auf die Prostata ausgeübt wird, zum Beispiel bei einer Prostatamassage, beim intensiven Fahrradfahren oder Geschlechtsverkehr, kann das Protein ins Blut übergehen und so für kurze Zeit die Werte erhöhen.

 

PSA-Verdopplungszeit und Krankheitsverlauf

 

Die PSA-Verdoppelungszeit nach oder unter einer Therapie gibt an, in welcher Zeit sich der PSA-Spiegel rechnerisch verdoppelt hat, ohne dass eine Verdopplung wirklich stattgefunden haben muss. Sie ist ein guter Parameter, um einen PSA-Anstieg einzuschätzen und eine Vorhersage zum Krankheitsverlauf machen zu können. Eine kurze Verdopplungszeit von unter 6-12 Monaten spricht für ein rasches Fortschreiten der Erkrankung oder ein aggressiveres Tumorwachstum.  Zum Beispiel kann bei Männern mit fortschreitendem Prostatakrebs, bei denen die klassische Hormontherapie nicht mehr wirkt (kastrationsresistenter Prostatakrebs) und bei denen keine Metastasen nachweisbar sind, eine schnelle PSA-Verdopplungszeit mit einem Voranschreiten der Erkrankung und einem baldigen Auftreten von Metastasen verbunden sein.5,6

Die Berechnung der PSA-Verdoppelungszeit ist komplex. Aus mindestens zwei Messungen in Folge kann der Arzt sie mit Hilfe eines Kalkulators berechnen. Je mehr Werte mit einbezogen werden, desto mehr Aussagekraft hat das Ergebnis.4

 

Der fortschreitende Prostatakrebs

 

Patienten mit fortschreitendem Prostatakrebs führen meist ein recht aktives Leben, da sie in der Regel gelernt haben, gut mit ihrer Erkrankung zu leben. Allerdings besteht das Risiko, dass der Krebs voranschreitet und Metastasen und damit auch Symptome entstehen. Ein erheblicher Verlust an Lebensqualität durch starke Beschwerden, Schmerzen und sogar Knochenbrüche kann die Folge sein.7 Etwa einer von drei Männern wird mit einem nicht-metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs in den nächsten zwei Jahren Metastasen entwickeln.8 

 

Aus diesen Gründen verfolgen Ärzte das Ziel, das Fortschreiten der Erkrankung und damit die Entwicklung von Knochenmetastasen so lange wie möglich hinauszuzögern. In der Fachsprache heißt diese Zeitspanne ‚metastasenfreies Überleben‘. In dieser Phase, in der sich die Patienten in der Regel noch gut fühlen und keine weiteren Beschwerden haben, ist es besonders wichtig, dass zur Behandlung zugelassene Medikamente nicht nur gut wirken, sondern auch gut verträglich sind. Denn: im besten Fall kann eine Therapie entscheidend dazu beitragen, das Auftreten von Metastasen hinauszuzögern und gleichzeitig die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.

 

Weitere Informationen zum Thema Prostatakrebs finden Patienten auf der Website der Deutschen Krebsgesellschaft.

 

 

Literatur