wertvollER TV: Ernährung bei Prostatakrebs

Ausgewogene Ernährung bei Prostatakrebs

2026-10-06

Dr. Rita Hermann, Ernährungswissenschaftlerin, zeigt, wie Ernährung die Therapie positiv beeinflussen kann.

Mit den richtigen Lebensmitteln durch die Therapie

Wie Betroffene ihren Körper unterstützen können

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann bei fortgeschrittenem Prostatakrebs dazu beitragen, den Körper während der Therapie ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen und ihn so zusätzlich zu unterstützen – heilen kann sie Krebserkrankungen jedoch nicht. Essen erfüllt mehr als nur körperliche Bedürfnisse: Genussvolle Mahlzeiten können auch ein Stück Lebensqualität schenken.

 

In dieser Folge wertvollER TV erklärt Dr. Rita Hermann, worauf Betroffene bei ihrer Ernährung achten können. Sie zeigt, warum Eiweiß eine wichtige Rolle spielt, wie eine gezielte Lebensmittelauswahl den Körper während der Prostatakrebsbehandlung unterstützen kann und dass es keine „Krebsdiät“ gibt, die die Erkrankung heilen kann.

 

 


 

Einfache Ernährungsroutinen für den Alltag

Grafische Darstellung Brokkoli blau gefärbte Linien 1080x1080px

Immer etwas buntes auf dem Teller

 

Zu jeder Mahlzeit gehört mindestens eine Portion Gemüse oder Salat – gerne auch etwas Obst. Tiefgekühltes Gemüse ist ebenso erlaubt wie frisches.

Grafische Darstellung Fisch blau gefärbte Linien 1080x1080px

Eiweiß bewusst einplanen


Versuchen Sie, bei jeder Hauptmahlzeit eine Eiweißquelle einzuplanen: Fisch, mageres Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte, Milchprodukte oder Tofu. Eiweiß hilft, Muskeln zu erhalten, und unterstützt die Regeneration nach Belastungen.

Grafische Darstellung Müslischale blau gefärbte Linien 1080x1080px

Sättigende Beilage klug wählen


Beilagen wie Kartoffeln, Nudeln, Reis oder Brot liefern Energie. Wenn Sie es vertragen, greifen Sie öfter zu Vollkornvarianten. Diese machen länger satt und bringen mehr Nährstoffe mit.

Grafische Darstellung Wasserflasche blau gefärbte Linien 1080x1080px

Trinken nicht vergessen


Bevorzugen Sie Wasser oder ungesüßten Tee. Leicht gesüßte Getränke oder Säfte eher als Ausnahme, nicht als Durstlöscher.

Grafische Darstellung Teller und Besteck blau gefärbte Linien 1080x1080px

Regelmäßig essen, statt „durch den Tag hangeln“


Drei Hauptmahlzeiten und ein bis zwei kleine Snacks helfen, den Blutzucker stabil zu halten und Energieeinbrüche zu vermeiden.

 


 

Mit pflanzenbasierter Ernährung das körperliche Wohlbefinden unterstützen

Hinweis: Eine ausgewogene Ernährung kann die medizinische Behandlung von Prostatakrebs nicht ersetzen und Krebs weder heilen noch direkt verbessern. Was sie aber bewirken kann, ist, den Körper während der Therapie zu unterstützen, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern und den Umgang mit therapiebedingten Belastungen zu erleichtern.

 

    Pflanzliche Lebensmittel liefern zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung können sie dazu beitragen, entzündliche Prozesse im Körper zu dämpfen. 

    Ballaststoffe aus Vollkorn, Gemüse und Hülsenfrüchten sorgen für einen stabileren Blutzucker und helfen, Übergewicht zu vermeiden oder abzubauen. Sie fördern außerdem den Stoffwechsel und können dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu halten, was während einer Krebstherapie von Bedeutung sein kann.

    Eine ballaststoffreiche Kost „füttert“ die nützlichen Darmbakterien. Ein vielfältiges, gesundes Darmmikrobiom produziert Stoffe, die entzündungshemmend wirken, das Immunsystem unterstützen und den Hormon- sowie Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen. 

    Stabiles Gewicht als wichtige Säule der Prostatakrebstherapie 

    Ungewollter Gewichtsverlust ist ein Risiko, dass bei einer Krebserkrankung oft unterschätzt wird. Bereits ein Verlust von etwa 5 Prozent des Körpergewichts innerhalb von drei Monaten kann den Körper belasten und das Risiko für eine Mangelernährung erhöhen. Umso wichtiger ist es, Gewicht und Muskelmasse während der Erkrankung möglichst zu erhalten. Das kann sich in vielerlei Hinsicht positiv auswirken:

     

    • Therapie: Ein stabiler Ernährungszustand kann dazu beitragen, dass Behandlungen wie geplant und möglichst ohne Unterbrechungen durchgeführt werden können.

       

    • Nebenwirkungen: Verfügt der Körper über ausreichend Reserven, können therapiebedingte Belastungen häufig besser bewältigt werden.

       

    • Abwehr und Regeneration: Ein guter Ernährungszustand unterstützt die Immunfunktion und kann die Wundheilung nach Operationen oder anderen Eingriffen fördern.

       

    • Mobilität: Der Erhalt der Muskulatur trägt dazu bei, beweglich und im Alltag möglichst selbstständig zu bleiben und das Sturzrisiko zu reduzieren.

       

    • Körperzusammensetzung: Besonders unter einer Hormonentzugstherapie kann es zu weniger Muskelmasse und mehr Bauchfett kommen. Diesen Veränderungen lässt sich gezielt entgegenwirken.