Symptome bei fortschreitendem Prostatakrebs

Von ersten Anzeichen bis zu Beschwerden bei Metastasen

Prostatakrebspatient spricht mit Ärztin über Symptome 1000x667px

Auf die Frage nach spürbaren oder sichtbaren Symptomen gibt es bei Prostatakrebs keine klare Antwort, denn: Symptome, also die Anzeichen der Krankheit, kommen in jedem Stadium auf unterschiedliche Weise zum Vorschein. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, diese zu erkennen, um rechtzeitig ein Fortschreiten der Erkrankung festzustellen. 

 

Prostatakrebs wird – wenn frühzeitig entdeckt – von den Betroffenen in der Regel gar nicht bemerkt. Wer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung in der urologischen Praxis vorstellig wird, hat gute Chancen, dass eine mögliche Prostatakrebsdiagnose bereits im frühen Stadium gestellt werden kann. Mittels der Bestimmung des PSA-Werts lassen sich Auffälligkeiten der Prostata feststellen. Eine anschließende Untersuchung der Gewebeprobe liefert in der Regel Gewissheit. Schreitet der Prostatakrebs fort oder wird erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, kann er sich über auffälligere Symptome bei den Betroffenen bemerkbar machen.

Acht Symptome, die auf Prostatakrebs hindeuten können:

  • Müdigkeit/Mattigkeit
  • Beschwerden, Schmerzen oder Unwohlsein
  • Schwächegefühl/Taubheitsgefühl
  • Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen
  • Angst- oder Stresszustände aufgrund von Schmerzen
  • Schwierigkeiten beim Ausführen von Alltagsaktivitäten
  • Beeinträchtigung der Blasen- oder Darmentleerung
  • Blutbeimengung im Urin

 

Video-Tipp: Welche Symptome sind typische Anzeichen von Prostatakrebs?

Rückenschmerzen, Knochenschmerzen oder Probleme beim Wasserlassen können Hinweise auf einen fortgeschrittenen Prostatakrebs sein. Doch welche Symptome treten tatsächlich auf und was bedeuten sie für die weitere Behandlung? Dr. Philipp Lossin informiert über typische Beschwerden, Therapiemöglichkeiten und die Auswirkungen auf Lebensqualität und Lebenserwartung.

 

 


 

Sind Rückenschmerzen ein Symptom bei Prostatakrebs?

Im späteren Krankheitsverlauf und im Prostatakrebs-Endstadium können sich Metastasen bilden. Das äußert sich häufig in Form verschiedener Symptome wie zum Beispiel Knochenschmerzen oder einer erhöhten Neigung zu Knochenbrüchen. Es ist aber auch möglich, dass Metastasen die Wirbelsäule betreffen und dort auf Nerven oder das Rückenmark drücken. Das kann unter anderem zu Rückenschmerzen führen. In diesem Fall können aber auch neurologische Symptome auftreten, die manche Patienten zunächst gar nicht mit Knochenmetastasen in Verbindung bringen.

 

Um frühzeitig die Entstehung von Knochenmetastasen zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können, ist es deshalb wichtig, dass Sie sich und Ihren Körper stets aktiv im Blick haben.

Prostatakrebspatient spricht mit Arzt über Rückenschmerzen 1000x667px

 


 

Tipps, Hilfsmittel und Unterstützung zum Umgang mit Prostatakrebssymptomen:

    Um das körperliche Wohlbefinden und mutmaßliche Symptome im Blick zu behalten, hilft es, Auffälligkeiten in einem Symptomtagebuch festzuhalten: Jetzt herunterladen

    Auch wenn Symptome oder körperliche Schmerzen einen sozialen Rückzug vom Alltag hervorrufen können, sollten Betroffene versuchen, diesem Impuls nicht nachzugeben. Das Zusammensein mit Angehörigen und deren Unterstützung kann zumindest kurzfristig dafür sorgen, dass Betroffene auf andere Gedanken kommen.

    Symptome wie Inkontinenz oder Erektionsstörungen müssen erst einmal verarbeitet werden. Den Zustand zu akzeptieren, ist eine Herausforderung, aber dennoch machbar. Dabei können sowohl die behandelnden Ärzte oder der Austausch in Selbsthilfegruppen als auch Gesprächstherapien unterstützen.

    Zu Schmerzen kommt es insbesondere im metastasierten Stadium, wenn die Tumorzellen auch die Knochen befallen. Knochenschmerzen sind sehr unangenehm für die Betroffenen. Die behandelnde Urologin oder der behandelnde Urologe berät nicht nur zu den zahlreichen Therapieoptionen, die in diesem Stadium zum Einsatz kommen können, sondern kann bei Beschwerden verschiedene Maßnahmen zur Linderung ergreifen: Neben schmerzlindernden Medikamenten (gemäß WHO-Stufenschema zur Schmerzbehandlung) können weitere unterstützende Maßnahmen wie Physio- oder Ergotherapie den Schmerz erträglich machen. Für eine Einschätzung der Schmerzen ist es wichtig, die Schmerzen ehrlich anzusprechen und nicht kleinzureden.

     


     

     

    Video-Tipp: Metastasenbildung bei Prostatakrebs rechtzeitig erkennen

    Im Gespräch mit dem Patienten Joachim Feuerborn nennt der Urologe, Dr. Stefan Machtens, hilfreiche Anhaltspunkte, die auf eine mögliche Metastasenbildung bei fortschreitendem Prostatakrebs hindeuten, und erläutert die Verfahren, die für Klarheit sorgen.

     

     


     

    Symptomfrei im fortgeschrittenen Stadium

    Im Zuge von Therapiemaßnahmen wie der Prostatektomie, der operativen Entfernung der Prostata, können Symptome wie erektile Dysfunktion oder Blasenfunktionsstörungen häufig auftreten. Dass die Beschwerden von Dauer sind, ist jedoch nicht die Regel – im Zuge des Heilungsprozesses können die Symptome abklingen.

     

    Drei Männer mit grauen Haaren lachen und gehen durch die Stadt 500x334px

    Eine Besonderheit stellt der fortschreitende Prostatakrebs, insbesondere das nicht metastasierte kastrationsresistente Stadium, dar. Die Patienten sind praktisch symptom- und beschwerdefrei und können ihr Leben aktiv und ohne Einschränkungen führen. Mittlerweile gibt es fortschrittliche Therapiemethoden, die diese Lebensumstände zusätzlich begünstigen können.

     

    Behandlungen mit sogenannten Androgenrezeptor-Inhibitoren, die in Kombination mit einer Hormontherapie (ADT) verabreicht werden, können die Metastasenbildung ins fortgeschrittene Stadium lange hinauszögern, das heißt, die schmerz- und symptomfreie Zeit wird verlängert. Gleichzeitig haben diese modernen Therapieansätze den Vorteil, äußerst verträglich zu sein und zum Teil nur geringe Neben- oder Wechselwirkungen aufzuweisen. Prostatakrebspatienten und deren Angehörige sollten sich bei ihrer Behandlerin oder ihrem Behandler zu gut verträglichen Therapieoptionen informieren. Diese können ein erhebliches Stück Lebensqualität schenken. Treten im weiteren Krankheitsverlauf dennoch bestimmte Symptome auf, können sie auf ein Tumorwachstum hindeuten.  

     


     

     

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