wertvollER TV Folge 20

Leitlinien beim Prostatakarzinom

Therapiestandards bei fortgeschrittenem Prostatakrebs

2026-08-26

Dr. Guido Breuer, Urologe, widmet sich in dieser Folge der Frage, ob es „die eine“ Standardtherapie bei fortgeschrittenem Prostatakrebs gibt.

Leitlinien bei Prostatakrebs

Der rote Faden für Ärztinnen und Ärzte

Prostatakrebs verläuft nicht bei jedem Betroffenen gleich. Deshalb gibt es auch nicht die eine „richtige“ Therapie. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem vom Erkrankungsstadium, den Eigenschaften des Tumors, möglichen Begleiterkrankungen und den persönlichen Lebensumständen ab. Orientierung bei der Therapiewahl bieten medizinische Leitlinien: Sie fassen den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen und unterstützen das Behandlungsteam dabei, gemeinsam mit den Betroffenen die passende Therapie auszuwählen.

 

In dieser neuen Folge wertvollER TV erklärt Dr. Guido Breuer, welche Empfehlungen die S3-Leitlinie Prostatakarzinom enthält und wie sich die Therapielandschaft bei Prostatakrebs in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat.

 

Was ist die S3-Leitlinie Prostatakarzinom?

Die S3-Leitlinie Prostatakarzinom ist eine evidenz- und konsensbasierte Handlungsempfehlung, die den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Prostatakrebs zusammenfasst. Sie dient Ärztinnen und Ärzten als Orientierung und unterstützt sie dabei, informierte Entscheidungen rund um die Behandlung gemeinsam mit dem betroffenen Patienten und/oder Angehörigen zu treffen. S3 bezeichnet dabei die höchste Qualitätsstufe medizinischer Leitlinien. 

Mehr zur Leitlinie

Welche Behandlungsoptionen werden in der Leitlinie zur Behandlung des mHSPC empfohlen?

    Grafische Darstellung von Spritze und Tabletten auf hellblauem Hintergrund

    Männliche Geschlechtshormone wie Testosteron fördern das Wachstum von Prostatakrebs. Das Senken des Testosteronspiegels, die Kastration, erfolgte früher operativ. Mittlerweile ist die medikamentöse Androgen-Deprivations-Therapie (ADT) verfügbar und bremst so das Tumorwachstum ohne OP.

    Grafische Darstellung von Infusionsbeutel auf hellblauem Hintergrund 1000x667px

    Bei der Chemotherapie kommen bestimmte Medikamente, sogenannte Zytostatika, zum Einsatz, die die Vermehrung von Zellen hemmen. Da sich Krebszellen sehr schnell vermehren, werden diese besonders wirksam getroffen. Für verschiedene Krebsarten kommen unterschiedliche Chemotherapien zum Einsatz, die sich in ihrer Verträglichkeit unterscheiden. Beim fortgeschrittenem Prostatakrebs ist der Einsatz von Taxanen seit Langem etabliert.

    Grafische Darstellung von Tabletten auf hellblauem Hintergrund 1000x667px

    Eine weitere Wirkstoffgruppe zur effektiven Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms sind Androgenrezeptor- oder Androgensynthese-Hemmer bzw. Inhibitoren (ARI). ARI blockieren den Empfang des Androgen- bzw. Testosteron-Signals, das die Krebszelle zum Wachstum anregt und zählen zusammen mit Androgensynthese-Hemmern zu den Neuen Hormontherapien (NHT). Ziel ist dabei immer, das Fortschreiten der Erkrankung hin zur Endphase, dem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC), möglichst lange und effektiv hinauszuzögern und dabei die Lebensqualität der Betroffenen bestmöglich zu erhalten.

     


     

    Was sind Kombinationstherapien?

    Eine fortgeschrittene Krebserkrankung, für welche eine Heilung kaum noch möglich ist, wird in der Regel mit einer kombinierten Therapie behandeln. Das gilt auch beim metastasierten Prostatakrebs, bei dem sich bereits Absiedlungen des Krebses in anderen Bereichen des Körpers gebildet haben. Bei einer Kombinationstherapie werden mehrere Medikamente, oft mit unterschiedlichen Wirkmechanismen wie z. B. die Androgen-Deprivations-Therapie (ADT) und Neue Hormontherapien (NHT), miteinander kombiniert, um Synergien zu schaffen und dadurch die Wirkung der Therapie zu verstärken. Die individuelle Entscheidung für eine Behandlungsoption bzw. Kombinationstherapie kann variieren und sollte unter Erwägung aller Optionen stets gemeinsam von der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt und dem Patienten getroffen werden.

     


     

     

    Nützliches Downloadmaterial

     

     

    Sehen Sie sich weitere Videos rund um das Thema Prostatakrebs an: