Studien zeigen: Ein gesunder Lebensstil macht was aus!

Wie Bewegung, Ernährung und Gewicht die Prognose und Lebensqualität bei Prostatakrebs verbessern

07.05.2026 I Lesedauer: ca. 5 Minuten

 

 

Älterer Mann fährt entspannt Fahrrad auf einem schmalen, von grünen Bäumen und Sträuchern gesäumten Weg bei sonnigem Wetter.

Mit der Diagnose Prostatakrebs rückt nicht nur die Frage der Therapieentscheidung in den Mittelpunkt – auch der eigene Lebensstil wird zu einem wichtigen Faktor. Zahlreiche Studien belegen: Männer mit Prostatakrebs, die auf Bewegung, Ernährung und Körpergewicht achten, sind langfristig im Vorteil. Sie haben eine bessere Prognose, ein geringeres Risiko für zusätzliche Herz- Kreislauf-Erkrankungen und berichten über mehr Lebensqualität. Ermutigend ist, dass sich diese Effekte auch bei Männern zeigen, die ihren Lebensstil erst nach der Diagnose Schritt für Schritt verändern.


In diesem Blogbeitrag geht es darum, was ein gesundheitsförderlicher Lebensstil bei Prostatakrebs konkret bedeutet – und wie Sie passende Gewohnheiten so in Ihren Alltag integrieren können, dass sie stärken, ohne zu überfordern.

 

Was sind gesunde Gewohnheiten?

Wenn von „gesundem Lebensstil“ die Rede ist, klingt das oft nach einem großen, abstrakten Ziel. Konkreter wird es, wenn man den Alltag in einzelne Bereiche aufteilt, in denen Sie tatsächlich Einfluss nehmen können: Körpergewicht, Bewegung, Ernährung und der Umgang mit Alkohol und Rauchen. Es geht nicht darum, alles von heute auf morgen perfekt umzusetzen. Schon wenn Sie sich schrittweise diesen Empfehlungen annähern, zeigen Studien Hinweise auf Vorteile für Überleben, Herz-Kreislauf-Gesundheit und Lebensqualität.

 



Körpergewicht im gesunden Bereich halten 


Für die meisten Männer mit Prostatakrebs ist ein möglichst stabiles Normalgewicht ein wichtiger Baustein eines gesunden Lebensstils. Eine langsame Gewichtsregulation – begleitet von ausreichend Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung – kann daher einen wichtigen Beitrag zu Ihrer langfristigen Gesundheit und Prognose leisten und weitere Begleiterkrankungen vorbeugen. Studien lassen vermuten, dass insbesondere deutliches Übergewicht u. a. die Früherkennung erschweren und sich ungünstig auf die Prognose auswirken kann. Vermutet werden sowohl biologische Ursachen (z. B. hormonelle und entzündliche Veränderungen) als auch Unterschiede in der Früherkennung. 

 



Regelmäßige körperliche Aktivität


Ein wichtiger Baustein eines gesunden Lebensstils – gerade nach einer Prostatakrebs-Diagnose. Eine aktuelle Studie der American Cancer Society zeigt, dass Männer, bei denen nicht-metastasierter Prostatakrebs diagnostiziert wurde, länger leben, wenn sie sich – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – im weiteren Verlauf u. a. an folgende Bewegungsziele annähern:

  • Inaktive Lebensweise nach der Diagnose möglichst vermeiden
  • Ca. 150 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche (z. B. zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen)
  • Zusätzlich an 2 Tagen pro Woche einfache Kräftigungsübungen
     

Diese Angaben sind Orientierung, keine Pflichtprogramme. Entscheidend ist Ihr aktueller Gesundheitszustand. Jede zusätzliche, sichere Bewegung zählt – auch kurze Spaziergänge, einige Kraft- oder Gleichgewichtsübungen oder ein angepasstes Beckenbodentraining. Planen Sie die Aktivitäten in Abstimmung mit Ihrem Behandlungsteam, damit Umfang und Intensität gut zu Ihrer aktuellen Therapie passen.


 

Sport- und Bewegungsangebote in der Nähe finden – mit dem Netzwerk OnkoAktiv


Ob nach der Diagnose, während der Therapie oder im Rahmen der Nachsorge – Bewegung ist in jeder Phase der Erkrankung möglich und kann dabei helfen, Therapien besser zu vertragen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Das Netzwerk OnkoAktiv unterstützt Krebspatientinnen und -patienten mit einer kostenfreien Beratung und vermittelt wohnortnahe, qualifizierte Bewegungsangebote – individuell abgestimmt auf Ihre Situation.

 

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Pflanzenbasierte, ausgewogene Ernährung

 

Unsere Ernährung beeinflusst nicht nur Gewicht und Blutzucker, sondern auch Herz-Kreislauf-Gesundheit, Entzündungsprozesse und das allgemeine Wohlbefinden – Aspekte, die nach einer Prostatakrebs-Diagnose besonders wichtig sind. Fachgesellschaften empfehlen daher eine vorwiegend pflanzenbetonte, ausgewogene Ernährung.

  • Schwerpunkt auf pflanzlichen Lebensmitteln: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.
  • Tierische Produkte in moderaten Mengen, bevorzugt Fisch und fettärmere Milchprodukte.
  • Rotes und verarbeitetes Fleisch, stark zuckerhaltige Getränke und hochverarbeitete Fertigprodukte möglichst einschränken.
  • Fette vor allem aus pflanzlichen Quellen (z. B. Raps, Olivenöl).

 

Ernährungspyramide

 

 

Alkohol begrenzen, Tabak meiden


Alkohol und Tabak gehören zu den Lebensstilfaktoren, die Sie nach einer Prostatakrebs-Diagnose besonders im Blick behalten sollten. Für Alkohol gilt: möglichst selten und nur in kleinen Mengen – viele Fachgesellschaften empfehlen, idealerweise ganz darauf zu verzichten. Auch beim Rauchen ist die Empfehlung eindeutig: Jeder Rauchstopp lohnt sich, unabhängig vom Krankheitsstadium. Er senkt nicht nur das Risiko für weitere Krebserkrankungen, sondern entlastet auch Herz, Gefäße und Lunge.
 

Lebensstil auf die Behandlung abstimmen: Während einer Krebstherapie sollten Sie Veränderungen bei Ernährung und Bewegung immer mit Ihrem Behandlungsteam besprechen.  So stellen Sie sicher, dass Ihr Lebensstil Ihre Therapie sinnvoll unterstützt – und sie nicht unbeabsichtigt belastet.
 


 

 

Probleme mit der Umsetzung? Gesunde Gewohnheiten alltagstauglich machen

Viele Männer mit Prostatakrebs wissen bereits sehr genau, was „gesund“ ist. Die eigentliche Herausforderung beginnt dort, wo aus diesem Wissen Alltag werden soll: mitten in Müdigkeit und Erschöpfung, zwischen Arzt- und Therapieterminen, unter seelischer Belastung und nach Jahrzehnten eingefahrener Routinen. Der Frühling mit mehr Licht und milderen Temperaturen ist ein guter Moment, Lebensstil-Veränderungen anzugehen. Hilfreich ist dabei ein Perspektivwechsel: weg vom Perfektionsanspruch – hin zu kleinen, machbaren Schritten, die unterstützen und nicht zusätzlich belasten. 

 


 

 

5 Tipps, damit es mit der Lebensstiländerung endlich klappt!

    Überlegen Sie konkret: Wofür möchte ich fitter sein – für Spaziergänge mit den Enkeln, für meine Hobbys, für mehr Selbstständigkeit im Alltag? Eine persönliche Begründung gibt mehr Motivation und Ausdauer als ein allgemeines „Ich sollte gesünder leben“.

    Es wurden eigene Methoden entwickelt, die gezielt dabei helfen, Gewohnheiten in kleinen Schritten zu verändern – eine davon ist die Tiny-Habits-Methode. Die Idee dahinter: Setzen Sie bewusst sehr kleine Ziele, die fast immer machbar sind, und koppeln Sie sie an bestehende Routinen. Zum Beispiel: „Nach dem Essen mache ich drei Kniebeugen“ oder „Nach dem Essen gehe ich 5–10 Minuten um den Block.“ Solche Mini-Gewohnheiten sind leichter durchzuhalten und können später Schritt für Schritt ausgebaut werden.

    Wenn ein Vorhaben immer wieder scheitert (zu lange, zu anstrengend, ungünstige Tageszeit), ist das kein persönliches Versagen, sondern ein Zeichen, dass der Plan nicht zu Ihrer aktuellen Situation passt. Passen Sie Dauer, Zeitpunkt oder Intensität an, statt das Ziel ganz zu verwerfen. Auch kleine Fortschritte sind ein Erfolg.

    Bitten Sie nahestehende Menschen, Sie bei einem konkreten Schritt zu begleiten – etwa bei einem festen Spaziergang pro Woche oder beim gemeinsamen Kochen. Auch Reha-Sportgruppen oder onkologische Bewegungsangebote können helfen, dranzubleiben.

    Halten Sie fest, was Ihnen gelungen ist – zum Beispiel mit einem einfachen Kalenderhäkchen für jeden Spaziergang oder jede Gemüseportion. Sichtbare, kleine Erfolge stärken die Motivation und machen deutlich, dass sich Veränderungen tatsächlich summieren.

    Icon Redaktionsteam

     

    Dieser Beitrag wurde vom wertvollER-Redaktionsteam ausgearbeitet.

     

     


     

     

    Literatur (zuletzt abgerufen am 12.03.2026)

     

    • https://acsjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/pdf/10.3322/caac.21146
    • https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2818122
    • https://link.springer.com/article/10.1007/s00092-024-6333-y
    • https://www.bayerische-krebsgesellschaft.de/fileadmin/website_bkgs/Dokumente/Presse/1_Pm_Pflanzenkost_senkt_Krebsrisiko_2025-01-16_final.pdf
    • https://link.springer.com/article/10.1186/s12916-022-02336-x
    • https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31179538/
    • https://urologische-stiftung-gesundheit.de/neue-studie-motiviert-maenner-zum-sport-fitness-kann-das-risiko-fuer-prostatakrebs-senken/
       

     

     

     

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