Diagnose Prostatakrebs: Zusammenhalt in Partnerschaft und Freundschaft

Wie Patienten und Angehörige gemeinsam einen guten Umgang mit der Erkrankung finden

Blogbeitrag September

Eine Krebserkrankung stellt sowohl für den Betroffenen selbst als auch für dessen soziales Umfeld eine große Herausforderung dar. Partnerschaften, Freundschaften und andere soziale Beziehungen können sich durch eine solche Diagnose entscheidend verändern. Dabei ist es besonders nach einer Krebsdiagnose wichtig, nicht allein zu sein und seine Sorgen und Ängste zu teilen. Wir geben Tipps, wie Betroffene und deren Angehörige die Situation gemeinsam meistern können.

 

Offene Kommunikation in der Partnerschaft

Eine Partnerin oder einen Partner kann eine Krebsdiagnose schwer treffen. Sie fühlen sich oft hilflos, haben Ängste und Sorgen, mit denen sie ihren erkrankten Ehemann oder Lebensgefährten nicht zusätzlich belasten wollen. Kommunikation ist in diesen Situationen unerlässlich.

 

Für Angehörige ist es hilfreich zu erfahren, welchen Umgang sich der Betroffene mit der Krankheit wünscht, umgekehrt ebenfalls. Das lässt sich jedoch nur herausfinden, wenn ehrlich darüber gesprochen wird. Wichtig ist auch, gegenseitiges Verständnis aufzubringen. Jeder erlebt und bewältigt eine Krebsdiagnose anders. Das gilt sowohl für den Betroffenen selbst als auch für seine Partnerin oder seinen Partner. Es hilft, sich in die Lage des jeweils anderen zu versetzen und sich zu überlegen, wie es der Person in der Situation ergehen könnte. Ehrliche Gespräche unterstützen dabei, mehr Einfühlungsvermögen aufzubringen. So findet sich meist ein Weg, die Situation gemeinsam zu bewältigen und die Beziehung so sogar zu stärken und zu intensivieren

 

Sex und Prostatakrebs 

Auch in Bezug auf die Sexualität spielt Verständnis eine große Rolle. Körperliche Nähe und Zärtlichkeiten sind wichtig und es darf und soll nach einer Krebsdiagnose zu Intimitäten kommen. Der Schwellkörper im Penis muss durchblutet werden, um eine Rückbildung des Gewebes zu verhindern. Jedoch sollte es dabei nicht zu Schmerzen kommen und keiner der Beteiligten sollte sich unwohl fühlen. Nach einem operativen Eingriff oder durch die Einnahme von Medikamenten kann es vorübergehend oder dauerhaft zu Erschöpfung, Erektionsproblemen oder Libidoverlust kommen. Das kann zu Frustration führen und eine Beziehung zusätzlich belasten. Doch das muss so nicht sein! Auch ohne Sex intim zu werden, kann Trost und Zuneigung spenden und die Beziehung stärken. Manche Paare berichten, dass die Zweisamkeit nach der Diagnose noch intensiver und schöner geworden ist, da offen kommuniziert und viel ausprobiert wurde. Sollte es jedoch auch nach längerer Zeit zu Erektionsproblemen kommen, gibt es verschiedene Hilfsmittel, die der Patient in Anspruch nehmen kann. Mehr zu dem Thema

 

Umgang mit Prostatakrebs für Familie und Freunde

Eine Krebsdiagnose ist auch für die Familie und den engen Freundeskreis ein schwerer Schicksalsschlag. Sie löst meist nicht nur tiefe Trauer bei Angehörigen der Betroffenen aus, sondern kann auch für Verunsicherung sorgen. Viele wissen nicht, ob sie mit der erkrankten Person über die Krankheit sprechen können, haben Angst, etwas Falsches zu sagen oder mit Fragen zu nerven. Auch für den Patienten kann der Umgang mit der Krankheit innerhalb des Freundes- und Familienkreises herausfordernd und beängstigend sein. Bezugspersonen sollen nicht unnötig belastet werden. Zudem besteht bei vielen die Angst, von Angehörigen im Stich gelassen zu werden, die der Situation nicht gewachsen sind. Die Lage ist für beide Parteien neu und belastend und lässt Patienten und Angehörige hilflos fühlen. Auch hier ist eine offene Kommunikation der Schlüssel zur funktionierenden Beziehung. Auch unangenehme Themen wie dieses sollten Raum finden. Patienten können ehrlich über die Therapie, Arztbesuche, Ängste und Sorgen sprechen, aber auch konkret Hilfe einfordern. Das hilft nicht nur der betroffenen Person, sondern kann auch dem oder der Angehörigen Berührungsängste und Hilflosigkeit nehmen. Auch das Vertrauen in der Familie und Freundschaft wird so gestärkt. Umgekehrt können Angehörige anbieten und offen nachfragen, welcher Umgang mit der Krankheit erwünscht ist. Oft hilft es schon, „einfach da“ zu sein. 

 

Das soziale Umfeld über die Diagnose informieren

Das soziale Umfeld über die Erkrankung zu informieren, kann bei Patienten für Unsicherheiten sorgen. Wichtig ist: Niemand MUSS von der Diagnose erzählen. Der Betroffene sollte sich Gedanken darüber machen, inwieweit er Freunde und Bekannte überhaupt einweihen möchte und die Diagnose nicht mit ihnen teilen, nur weil er sich dazu verpflichtet fühlt. Folgende Tipps können dabei helfen, sich auf ein Gespräch mit einer dem Patienten nahestehenden Person vorzubereiten.

 

Tipps für Betroffene

    Der Patient sollte sich zunächst ausreichend Zeit nehmen, die Diagnose selbst zu verarbeiten und sich erst dann an andere wenden, wenn er dazu bereit ist. Auch bei dem Gespräch mit dem Freund oder der Freundin selbst, empfiehlt es sich, genügend Zeit einzuplanen, um in Ruhe sprechen zu können.

    Es kann helfen, vorher anzukündigen, dass es Gesprächsbedarf gibt. So kann der Freund oder die Freundin sich bereits auf ein ernstes Gespräch vorbereiten. Das kann zum Beispiel durch einen kurzen Anruf oder eine Nachricht passieren. 

    Es ist hilfreich für den Betroffenen, sich schon vor dem Gespräch zu überlegen, welchen Umgang mit der Diagnose er sich vom Freundes- und Bekanntenkreis wünscht. So können spätere Unsicherheiten oder unangenehme Situationen für beide Seiten vermieden werden. Auch ist es sinnvoll, sich auf mögliche Rückfragen vorzubereiten.


    Quellen:

    https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/unkonv-methoden/index.php

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/212881/Alternative-Medizin-Keine-Alternative-bei-Krebs

    https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/komplementaere-medizin-moeglichkeiten-und-grenzen.html

    https://www.komplementaermethoden.de/ 

     

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