Keine Angst vorm PSA-Wert

Hilfreiche Tipps für Prostatakrebs-Patienten zum Umgang mit Kontrolluntersuchungen

Blogbeitrag August

Die Angst vor Arztbesuchen und Kontrolluntersuchungen ist keine Seltenheit – besonders, wenn bereits eine Diagnose wie (fortschreitender) Prostatakrebs vorliegt. Die Sorge, der PSA-Wert könnte gestiegen sein, ist oft groß und sorgt für psychisches Leiden. Wir machen Mut, geben Tipps und Ratschläge und zeigen auf, warum regelmäßige Kontrolluntersuchungen von so großer Wichtigkeit sind.

 

Was sagt der PSA-Test überhaupt aus?

Der PSA-Test bestimmt den Wert des sogenannten „Prostata-spezifischen Antigens“ (PSA). Es handelt sich hierbei um ein Eiweiß, das in der Prostata hergestellt wird und dafür sorgt, dass Samenzellen ausreichend beweglich sind.

Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf Veränderungen der Prostata sein. Wichtig: Es MUSS nicht bedeuten, dass eine Prostatakrebs-Erkrankung vorliegt! In vielen Fällen steigt der PSA-Wert nur kurzfristig, beispielsweise durch eine übermäßige Durchblutung, an.

 

PSA-Normwerte abhängig vom Alter1:

 

Alter Normalwert
50 - 59 Jahre Unter 3,0 ng/ml
60 - 69 Jahre Unter 4,0 ng/ml
Über 70 Jahre Unter 5,0 ng/ml

 

Weniger Kontrolluntersuchungen seit der Corona-Pandemie

Die vorschnelle Annahme, ein erhöhter PSA-Wert deute immer auf eine Prostatakrebs-Erkrankung hin, löst bei vielen eine Angst vor Arztbesuchen aus. 
Besonders seit Beginn der Coronapandemie sind Kontrollbesuche deutlich zurückgegangen. Umfragen haben ergeben, dass mehr als 36 Prozent der Befragten coronabedingt Arztbesuche meiden und damit auch Kontrolluntersuchen ausfallen lassen.2   Das kann dazu führen, dass Krankheiten wie Prostatakrebs nicht frühzeitig entdeckt und behandelt werden und die Heilungschancen sinken. Daher ist es wichtig, die Angst vor Arztbesuchen zu überwinden und sich auch in Pandemiezeiten regelmäßig untersuchen zu lassen.    


Ab dem 45. Lebensjahr sollten Männer einmal jährlich zur Krebsfrüherkennung gehen. Diese beinhaltet die Tastuntersuchung, die in der Regel bei einem Facharzt oder einer Fachärztin für Urologie durchgeführt wird. Der PSA-Test ist hingegen eine Selbstzahler-Leistung und kostet inklusive Beratung circa 35 Euro. Menschen, die an fortschreitendem Prostatakrebs leiden, sollten etwa alle drei Monate zur Kontrolluntersuchung erscheinen und ihren PSA-Wert prüfen lassen. 


Dass Nervosität vor Arztbesuchen aufkommt, ist völlig normal. Schon mit wenigen Tipps ist es möglich, für mehr Entspannung vor dem Termin zu sorgen:

 

Tipps für mehr Entspannung vor Kontrolluntersuchungen

    Verschiedene Atemübungen können beruhigend wirken und Stress lindern. Praktisch: Sie lassen sich fast immer und überall umsetzen, beispielsweise im Wartezimmer. Eine einfache Übung ist das Atmen in den Bauch. Dabei werden die Hände auf den Bauch gelegt. Anschließend tief durch die Nase in den Bauch hineinatmen, sodass die Hände sich mit der Bauchdecke heben. Nun die Luft langsam wieder durch den Mund ausstoßen. Nach einigen Atemzügen sollte sich der Körper entspannen.

    Vielen Betroffenen hilft es, wenn eine nahestehende Person bei Arztbesuchen anwesend ist. Das gibt dem Patienten Sicherheit und er fühlt sich weniger allein in der Situation. Außerdem hören vier Ohren mehr als zwei; besonders, wenn es ohnehin eine Stresssituation ist, in der durch die Nervosität ggf. wichtige Informationen untergehen können.

    Wichtig ist, dass die erkrankte Person sich bei der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt wohlfühlt. Es ist empfehlenswert, sich verschiedene Meinungen einzuholen und für die Kontrolluntersuchungen im Anschluss zum „Arzt des Vertrauens“ zu gehen.

    Wer nichts von den Sorgen und Ängsten des Patienten weiß, kann auch nicht darauf eingehen. Daher ist es wichtig, seine Ängste mit dem medizinischen Personal in der Praxis zu teilen. Mitarbeitende und Behandelnde wissen meist, was in solchen Situationen helfen kann und können dem Betroffenen beistehen.

    Ebenfalls hilfreich können kleine Belohnungen sein, wie ein leckeres Essen mit Freunden oder Familie nach dem Termin oder einem schönen Ausflug. So gibt es einen Grund zur Vorfreude, die die Sorgen lindern kann. 

     

    Selbsthilfegruppen 

    Nachdem Selbsthilfegruppen in den vergangenen zwei Jahren vermehrt online stattgefunden haben oder gar gänzlich pausiert worden sind, finden nun immer mehr Treffen in Präsenz statt. Ein Angebot, dass unbedingt genutzt werden sollte. Hier findet ein Austausch mit anderen Betroffenen statt. Wer weiterhin Kontakte meiden möchte, hat bei vielen Selbsthilfegruppen weiterhin die Möglichkeit, sich online hinzuzuschalten. 

     

    Hier können Sie eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe finden.

     

    Quellen:

    [1] https://www.prostata-hilfe-deutschland.de/prostata-news/erhoehter-psa-wert-ohne-prostatakrebs (Letzter Abruf: 12.07.22)

    [2] RKI-Studie: Untersuchungen seltener wahrgenommen | Bundesregierung (Letzter Abruf: 12.07.22)

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