Vitamine & Nährstoffe bei Prostatakrebs – was Patienten und Angehörige wissen sollten

Blogbeitrag Oktober 2020

Als Prostatakrebs-Patient ist eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung ratsam. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang berichtet, dass bestimmte Vitamine und Nährstoffe Krebs vorbeugen oder gar einen positiven Einfluss in der Therapie haben. Es kursieren dabei einige irreführende Informationen; wir liefern eine verlässliche Einschätzung zur Rolle von Vitaminen und Nährstoffen bei Prostatakrebs.

Grundsätzlich gilt: Eine ausgewogene, nährstoff- und abwechslungsreiche Ernährung hat einen positiven Effekt auf die Gesamtsituation der Krebserkrankten. Das Immunsystem und der Organismus können besser funktionieren, Therapien schlagen gegebenenfalls besser an und die Patienten fühlen sich insgesamt wohler und energiegeladener1.  Diese Vorteile wirken in einigen Fällen dem Wachstum des Prostatakrebses entgegen, können die Krebserkrankung aber definitiv nicht alleine heilen.2

Der positive Effekt im Alltag: Seine körperliche gute Verfassung kann einem (Prostata-)Krebs-Patienten ein höheres Maß an Aktivität und Lebensqualität ermöglichen, anders als bei Menschen mit Mangelerscheinungen, die sich schlapp oder motivationslos fühlen.
Es gibt einige Vitamine und Nährstoffe, denen Krebserkrankte besondere Beachtung schenken sollten, da sie in der Krebsforschung eine gesonderte Stellung haben:

 

 

 

Sonnen-Booster: Vitamin D

Die klinische Studienlage um Vitamin D hat zuletzt mit neuen aussagekräftigen Erkenntnissen auf sich aufmerksam gemacht. Demnach soll eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D tatsächlich lebensverlängernd wirken – die Krebssterblichkeit sinke um rund 13 Prozent über alle Krebserkrankungen hinweg.3  Der Körper produziert das Vitamin bei ausreichender Sonnenbestrahlung selbst, nur etwa 10 bis 20 Prozent der anteiligen Versorgung können über die Nahrung aufgenommen werden. Grund genug, damit Prostatakrebs-Patienten die Sonnenstunden ausnutzen und sich möglichst viel im Freien aufhalten. Eine Supplementierung sollte aber unbedingt ärztlich abgesprochen werden.

 

Vitalität erhalten: Vitamin C

Vitamin C spielt eine wichtige Rolle in der Krebsbehandlung. Es hat in hoher Dosierung, Studien zufolge, einen nebenwirkungslindernden Effekt in der Krebstherapie und hemmt das Tumorwachstum. Das Vitamin über die Nahrung aufzunehmen reicht dafür nicht: Eine intravenöse Zufuhr von Vitamin C ist nötig; dann kann sich die Lebensqualität der Krebspatienten erheblich verbessern – insbesondere wenn sie eine Chemotherapie durchlaufen und einen starken Vitamin C-Mangel aufweisen. Vitamin C kann Erschöpfungszuständen entgegenwirken und die Vitalität steigern.4

 

Lebensqualität steigern: Selen

Selen ist ein für den Menschen lebenswichtiges Spurenelement. Es ist Bestandteil von Enzymen im Körper, die antioxidativ wirken und u.a. den Organismus vor Zellschädigungen schützen. Auch auf die Schilddrüse hat Selen einen regulierenden Einfluss. Hinsichtlich seiner Unterstützung bei der Krebsprävention ist die vorsorgliche Einnahme des Spurenelements unter Medizinforschern umstritten. Bei einer Strahlen- und Chemotherapie kann Selen die Nebenwirkungen jedoch verringern. Ein solcher positiver Einfluss auf das körperliche Befinden macht das Selen zu einem Nährstoff, der die Lebensqualität von (Prostata-)Krebs-Patienten steigern kann. Vor allem Paranüsse sind reich an Selen. Auch Gemüse wie Brokkoli, Weißkohl, Pilze oder Hülsenfrüchte können einen hohen Selengehalt haben – das variiert allerdings je nach Anbauboden.5

 

Energie-Stütze: L-Carnitin

Die Aminosäureverbindung L-Carnitin spielt eine wichtige Rolle bei der Energiegewinnung aus Fettsäuren. Liegt ein ausgeprägter Mangel an L-Carnitin vor, macht sich dies über körperliche Erschöpfung oder ein Schwächegefühl bemerkbar. Vor allem während einer Chemotherapie sollte auf den L-Carnitin-Haushalt geachtet werden, um starke Erschöpfung oder Fatigue zu vermeiden. Eine Supplementierung von L-Carnitin ist daher bei Krebserkrankten, mit derlei körperlichen Symptomen oder schlechten Ernährungsgewohnheiten, durchaus ratsam.6

 

Nahrungsergänzungsmittel in der Krebsbehandlung sind nicht unumstritten. Liegen keine umfangreichen Mangelerscheinungen oder besonderen Umstände vor, ist es in der Regel nicht nötig, die Nährstoffe zusätzlich über Nährstoffpräparate einzunehmen. Eine Einnahme sollte immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden, um potenzielle Wechselwirkungen oder Überdosierung auszuschließen.7

Zum Thema Ernährung bei Prostatakrebs finden Sie hier weitere hilfreiche Tipps:

 

https://www.wertvoll-er.de/lebenswert/ernaehrung-bei-prostatakrebs

 

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/klassiker-im-neuen-licht/

[5] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-13-2014/vitamine-c-und-d-selen-und-carnitin

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/nahrungsergaenzung-in-der-krebstherapie.html

https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/selen/?L=0

[6] https://prostatakrebs-shg-rostock.de/nahrungsergaenzung-gegen-die-erschoepfung-bei-der-chemotherapie-pilotstudie-zur-wirksamkeit-von-l-carnitin/

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-13-2014/vitamine-c-und-d-selen-und-carnitin

[7]https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/bewusst-leben/nahrungsergaenzung-in-der-krebstherapie.html