Selbsthilfe für Krebspatienten: Gemeinsam stark in Zeiten von Corona

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Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie kann es für Krebspatienten besonders wichtig sein, über ihre Erkrankung zu sprechen. Der Austausch mit Menschen, die in der gleichen Situation sind, ist dabei hilfreich und wertvoll. Aber wie steht es um die Selbsthilfegruppen, seit COVID-19 das öffentliche und soziale Leben lahm legte? Was müssen Interessierte aktuell wissen?

 

Praktisch von heute auf morgen mussten persönliche Gruppentreffen von Selbsthilfegruppen ausgesetzt werden – zu risikoreich war die Gefahr der Ansteckung für alle Beteiligten. Eine Pause auf unbestimmte Zeit kam jedoch für die meisten Selbsthilfegruppen nicht in Frage. Schließlich eröffnete sich durch das Coronavirus zusätzlicher Gesprächsbedarf: Wie gehe ich nicht nur mit meiner Krebserkrankung um, sondern auch mit den Einschränkungen und Hygieneregelungen im Alltag? Die verhängten Ausgangsbeschränkungen boten außerdem Zeit für viele Menschen, sich (zu) intensiv mit ihren Gedanken und ihrer Erkrankung zu beschäftigen. Auch sind die monatlichen Treffen für viele Teilnehmer zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lebens geworden, der sie seit Jahren begleitet.

 

Viele Selbsthilfegruppen entschlossen sich dazu, die Treffen über alternative Wege der Kommunikation stattfinden zu lassen. Wie das funktionieren kann? Hier einige Ideen:

 

  • Telefonkonferenzen: Der Zugang funktioniert einfach über das eigene Telefon. Je nach verwendetem Programm müssen Interessierte sich lediglich mit einem Tastencode einwählen. Schon können sie sich problemlos mit den anderen Teilnehmern austauschen.
  • (Video)Telefonie: Es gibt verschiedene Programme, die digitale Telefonkonferenzen für Gruppen ermöglichen. Das ist mit und ohne Kamera möglich. Die Programme lassen sich auf Laptop, PC oder Tablet installieren oder sind mit dem Smartphone nutzbar. Teilnehmer benötigen eine Internetverbindung, Kamera und Mikrofon. Alternativ bietet sich die Anschaffung eines Headsets an.
  • E-Mail-Austausch: Für alle, die den Schriftverkehr bevorzugen, eignet sich die klassische E-Mail. Auch Rundmails mit mehreren Empfängern sind möglich. Eine eigene E-Mail-Adresse und ein Internetzugang sind nötig.
  • Messenger: Die Teilnehmer von Gruppen-Chats können sich spontan und schnell miteinander austauschen. Auch (Video-)Telefonie ist über die Chats mit einem Smartphone möglich.

 

Diese alternativen Wege, sich gegenseitig zu unterstützen, bergen einen weiteren Vorteil: Wer aufgrund von Mobilitätseinschränkungen oder aus Krankheitsgründen nicht an den Gruppenabenden teilnehmen kann, hat so ebenfalls die Möglichkeit zum Austausch. Außerdem kann der Weg zu einem Gruppentreffen den ein oder anderen Überwindung und Mut kosten. Die Teilnahme von Zuhause aus kann den Einstieg und die Vernetzung mit Gleichgesinnten daher sogar erleichtern. Sie können sich einfach in Ihrer gewohnten Umgebung in die Gruppenkonferenz einschalten.

 

Einige Selbsthilfegruppen gehen seit August 2020 langsam wieder zur gewohnten Tagesordnung über und halten persönliche Treffen ab – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und zum Teil in abgewandelter Form, z.B. durch gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft. Andere halten weiterhin an Telefon- und Videokonferenzen fest, um möglichst vielen die Teilnahme zu ermöglichen.

 

Neugierig geworden? Über die folgenden Links können Sie Selbsthilfegruppen zu Prostatakrebs in Ihrer Nähe finden. Dort finden Sie auch Infos, ob die jeweiligen Gruppen aktuell noch virtuell oder wieder persönlich stattfinden.

 

https://www.prostatakrebs-bps.de/selbsthilfegruppenarbeit/selbsthilfegruppen

 

https://www.vernetzdich.de/prostatakrebs/?gclid=EAIaIQobChMI3dbNlq-Q6wIVV-J3Ch0S9Q5oEAAYASAAEgKQ5vD_BwE

 

Die Corona-Pandemie zwingt zwar in allen Lebensbereichen zu einem Umdenken, zeigt aber auch, dass der Austausch auf anderen Wegen trotzdem funktioniert. Egal in welcher Form: Miteinander reden und in Kontakt bleiben ist der Schlüssel, um die momentane, sehr schwierige Zeit zu überbrücken.