Komplementäre Medizin bei Prostatakrebs

Blogbeitrag September

Ungefähr 40 bis 50 Prozent aller Krebspatienten in Deutschland nutzen komplementäre oder alternative Therapiemöglichkeiten.1 Was genau sich dahinter verbirgt, weshalb die „sanfte Medizin“ so beliebt unter Patient:innen ist und warum die Methoden dennoch mit Vorsicht zu genießen sind, haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Was versteht man unter Komplementärmedizin?

Komplementäre Medizin wird zusätzlich und begleitend zu einer Krebstherapie eingesetzt. Dabei geht es oft darum, die Nebenwirkungen der konventionellen Behandlung zu lindern oder über verschiedene Mittel einem Rückfall vorzubeugen. Die Komplementärmedizin wird ergänzend eingesetzt und ist keine Alternative zur wissenschaftlich fundierten und evidenzbasierten Medizin.

 

Welche Methoden/Mittel gehören zur Komplementärmedizin?

Im Zusammenhang mit der Komplementärmedizin werden diese Aspekte häufig genannt:

 

  • Naturheilkunde, pflanzliche Wirkstoffe, Homöopathie oder Misteltherapie
  • Traditionelle Heilmethoden anderer Länder wie Ayurveda, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Yoga und weitere asiatische Entspannungstechniken
  • Auch über die Ernährung versuchen sich viele Betroffene vor Rückfällen und dem Fortschreiten der Erkrankung zu schützen. Beliebt sind Krebsdiäten, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel oder auch Entgiftungen
  • Immunstimulationen und Therapien zur Stärkung der körpereigenen Abwehr
  • Mentale Stärke, Resilienz, Stressabbau , positives Denken: Bei einer ganzheitlichen Behandlung soll nicht nur der Körper therapiert werden sondern auch der Geist

 

Wann kann Komplementärmedizin Krebspatient:innen Hilfestellung bieten?

„Was kann ich selbst tun?“ – Diese Frage stellen sich viele (Prostata-)Krebspatienten, die sich ihrer Diagnose nicht tatenlos ausgeliefert wissen wollen. Sie suchen nach Methoden, über die sie selbst Einfluss ausüben können – auf den Krankheitsverlauf, ihre Genesung, zur Vorbeugung und auf ihre Lebensqualität. Der Ohnmacht mit aktiver Handlung entgegenzuwirken, kann das eigene Wohlbefinden immens verbessern.

 

Unbedingt zu beachten ist, dass (Prostata-)Krebspatienten, die komplementäre Medizin begleitend zu ihrer Therapie hinzuziehen möchten, diese Option immer mit ihrem behandelnden Arzt besprechen sollten. Es gibt Methoden, die sich positiv auf die Krebstherapie und das persönliche Befinden auswirken können; es gibt aber genauso Kombinationen, die das Gegenteil bewirken. Nicht jede komplementäre Methode funktioniert für und mit jeder Therapie und kann im Zweifelsfall sogar die Wirkweise der wissenschaftlich fundierten Krebstherapie negativ beeinflussen oder verlangsamen.

 

Kein Therapieersatz, sondern nur begleitende Option!

Einer aktuellen Studie zufolge, haben Patient:innen, die begleitend zu ihrer konventionellen Therapie komplementäre Methoden anwandten, eine geringere Überlebenserwartung. Grund dafür ist, dass die Betroffenen sich auf die Komplementärmedizin fokussierten und dementsprechend die wissenschaftlich fundierte Krebstherapie nicht ernst nahmen bzw. diese nach hinten verschoben. Die Zeit, welche den Patient:innen dann zu Beginn fehlt, wirkte sich dementsprechend negativ auf den Therapieverlauf aus.2

 

Fazit: Komplementäre Medizin kann begleitend zur konventionellen Krebstherapie in enger Absprache mit dem behandelnden Arzt eine Möglichkeit sein, damit Prostatakrebs-Patienten aktiv an ihrem Wohlbefinden und ihrer Lebensqualität mitwirken. Ersetzen können derlei Methoden die wissenschaftlich fundierte Krebsbehandlung jedoch keinesfalls.

 

1https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/komplementaere-medizin-moeglichkeiten-und-grenzen.html

2https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/therapieformen/komplementaere-medizin-moeglichkeiten-und-grenzen.html

 

Quellen: