Diagnose und Untersuchungen bei Prostatakrebs

So laufen PSA-Test, bildgebende Verfahren und Gewebeentnahme ab

Blogbeitrag September

Prostatakrebs verursacht in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Symptome. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Erkennung und eine gezielte Diagnostik, um Veränderungen der Prostata rechtzeitig festzustellen und ein Prostatakarzinom möglichst früh zu diagnostizieren.


Mit rund 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter. Männer mit einer familiären Vorbelastung, etwa wenn Vater oder Bruder betroffen sind oder waren, haben zudem ein erhöhtes Risiko, selbst an Prostatakrebs zu erkranken. Wird die Erkrankung jedoch früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten in der Regel gut und die Heilungschancen hoch.
 

 

Wie wird Prostatakrebs erkannt?

Durch regelmäßige Untersuchungen beim Urologen, kann ein mögliches Prostatakarzinom rechtzeitig entdeckt werden. In Deutschland können Männer ab einem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr am gesetzlichen Früherkennungsprogramm teilnehmen – auf Kosten der Krankenkasse. Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm umfasst, neben der Abklärung von Beschwerden, die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane sowie die Tastuntersuchung der Prostata (DRU) und der Lymphknoten. 

 

Bei der DRU tastet der Urologe bzw. die Urologin die Prostata mit dem Finger ab, um eine mögliche Vergrößerung oder Verhärtung der Prostata festzustellen. Die Untersuchung dauert nicht lange und ist nicht schmerzhaft für den Patienten. 

Die aktuelle S3-Leitlinie Prostatakarzinom empfiehlt zur Früherkennung die Bestimmung des PSA-Werts anstelle der digitalen rektalen Untersuchung (DRU). Männern, die eine Früherkennung von Prostatakrebs wünschen, soll der PSA-Test als Untersuchungsoption angeboten werden. Da es sich dabei derzeit um eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) handelt, werden die Kosten im Rahmen der Früherkennung in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Bei Fragen zur Untersuchung oder zur Kostenübernahme wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin.

 


 

Der PSA-Test

    Wird der PSA-Wert im Rahmen der Früherkennung getestet, ist er eine individuelle Gesundheitsleistung und die Kosten müssen selbst getragen werden. Auch Privat-Versicherte sollten die Kostenübernahme zuvor abklären.

    Der Test kostet circa 25 Euro. Für die anschließende Ergebnisbesprechung fallen in der Regel noch einmal ungefähr 20 Euro an.

    Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten, wenn der PSA-Test einen Prostatakrebsverdacht aufklären soll.

     


     

    Diagnostik-Verfahren bei erhöhtem PSA-Wert

    Wurden ein erhöhter PSA-Wert festgestellt oder verdächtige Knoten ertastet? Dann helfen bildgebende Verfahren wie der transrektale Ultraschall (TRUS) oder die multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT) dabei, den Krebsverdacht noch vor einer Gewebeentnahme (Biopsie) zu überprüfen.

     

    Der transrektale Ultraschall (TRUS)

    Bei dieser Untersuchung wird ein etwa ein bis zwei Zentimeter breiter Ultraschallkopf über den After in den Enddarm eingeführt. 

    So lässt sich feststellen, wie groß die Prostata ist und welche Form sie hat.

    In der Regel ist diese Art von Ultraschall schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.

    Hat ein Patient Symptome, die Prostatakrebs vermuten lassen, werden die Kosten des TRUS von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

     

    Multiparametrische Magnetresonanztomographie (mpMRT)

    Mit diesem bildgebenden Verfahren lassen sich verdächtige Bereiche in der Prostata und die Ausbreitung des Krebses feststellen.

    Für die 30-minütige Untersuchung legt sich der Patient mit dem Rücken auf einen Untersuchungstisch, der anschließend in eine Röhre, also den Kernspintomografen, fährt.

    Ob die Krankenkasse für die Kosten der Bildgebung aufkommt, sollte zuvor mit dem Arzt und auch mit der Krankenkasse abgeklärt werden.

     

    Biopsie

    Um den Prostatakrebs-Verdacht endgültig aufklären zu können, ist eine Gewebeentnahme (Biopsie) nötig.

    Die Biopsie findet meistens unter Ultraschallkontrolle als transrektaler Ultraschall (TRUS) statt. Dabei werden zehn bis zwölf Proben aus der Prostata entnommen. Bei verdächtigen Bereichen läuft die Entnahme zielgenau ab. Anschließend werden die Gewebeproben mikroskopisch untersucht.

     

    Die Prostatabiopsie

      Die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Anzahl der zu entnehmenden Proben. Meistens dauert sie aber nur zehn bis höchstens zwanzig Minuten.

      Vor der Biopsie der Prostata erfolgt in den meisten Fällen eine örtliche Betäubung. Wird die Biopsie über den Damm durchgeführt, kann eine Kurznarkose nötig sein, die jedoch deutlich kürzer anhält als eine Vollnarkose.

      Da die Prostata zuvor lokal betäubt wird, ist die Gewebeentnahme in der Regel nicht schmerzhaft.

      Wie lange Sie auf das Ergebnis der Entnahme warten müssen, lässt sich nicht pauschal beantworten. In der Regel liegt das Biopsie-Ergebnis nach circa vier Werktagen vor.

       
      Wichtig: Wurde Prostatakrebs bei Ihnen nachgewiesen, sollten Sie sich umfassend bei Ihrem Arzt über mögliche Behandlungsmethoden informieren und Ihre Entscheidung mit Ruhe und Bedacht treffen.

       


       

      Prostatakrebspatient fährt auf Fahrrad durch den Wald 500x334px

      Prostatakrebs-Prävention – Vorsorge ist Fürsorge für den eigenen Körper

      Eine gesunde Lebensweise kann generell vielen Erkrankungen vorbeugen, so auch Krebs. Wer körperlich aktiv ist, erhält seltener eine Krebsdiagnose. Dabei ist es egal, ob Sie radeln, schwimmen oder wandern. Wichtig ist, sich regelmäßig zu bewegen, um den Körper fit zu halten – da gehört auch Treppensteigen statt Aufzugfahren oder Haushalts- und Gartenarbeit dazu. Gleiches gilt, wenn Sie sich ausgewogen ernähren und konsequent auf frisches Gemüse und Obst und wenig tierische Fette setzen. Denn auch, wer ein gesundes Gewicht hat, senkt das Risiko für Krebserkrankungen. Faktoren, die unbedingt vermieden werden sollten, sind übermäßiger Alkoholkonsum und das Rauchen.

       

       

      Das könnte Sie auch interessieren 

      wertvollER: Prostatakrebspatient albert mit Sohn herum

      Gemeinsam stark im Movember

      Erhalten Sie verschiedene Informationen und Tipps, um das Leben mit Prostatakrebs zu meistern.

      Jetzt mehr erfahren
      wertvollER: lesens:wert - Symptome und Symptombekämpfung

      Symptome bei Prostatakrebs

      Erfahren Sie, mit welchen Begleiterscheinungen Prostatakrebs einhergehen kann und was Betroffene für mehr Wohlbefinden tun können.

      Jetzt mehr erfahren
      wertvollER: Forscher untersucht Proben im Labor

      Neuerungen in der Früherkennung

      Erfahren Sie, wie die Früherkennung abläuft und was den neuen Speicheltest gegenüber dem PSA-Test auszeichnet.

      Jetzt mehr erfahren